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Thailand

Klima

Gemeinhin geht man davon aus, dass das Klima einer Region der Erde umso ausgeglichener ist, je näher man an den Äquator kommt. Das stimmt insofern, als es in tropischen Ländern eigentlich das ganze Jahr über warm ist.

Keineswegs ist es aber so, dass es umso wärmer werden würde, je näher man dem Äquator kommt. In unmittelbarer Nähe zum Äquator herrscht normalerweise ein sehr angenehmes Klima, wie zum Beispiel in Singapur. Das ganze Jahr über Tageshöchsttemperaturen um die 30?und Nachttemperaturen um die 25? dazu einmal am Tag, meist nachmittags, ein kurzer Regenschauer, der die Luft wäscht - und danach wieder Sonnenschein.

Thailand ist kein äquatoriales, nur ein tropisches Land. Das Klima ist, wie in allen tropischen Ländern, zwar noch ausgeglichen, was die Temperaturen betrifft; doch was andere klimatische Gegebenheiten angeht, hauptsächlich die Verteilung von Niederschlägen, so ist das Klima in Thailand wesentlich differenzierter, als man das von einem tropischen Land erwarten würde - und zwar sowohl mit Bezug auf die jahreszeitlich bedingte Verteilung der Niederschläge, als auch mit Bezug auf regionalen Unterschiede.

Wer das thailändische Wetter diskutieren will, der muss deshalb klar unterscheiden zwischen den Klimafaktoren Temperatur und Niederschläge.

Temperaturen

Für die Temperaturen, die in einem Land herrschen, gibt es drei einfache, weltweit gültige Faustregeln:

1. Je weiter nördlich, bzw. südlich vom Äquator, desto grösser die Spanne zwischen warmem Sommer und kaltem Winter. Ganz Thailand liegt in der nördlichen Hemisphäre, und in jeder Region Thailands ist es im sommerlichsten Monat, dem Juli, entschieden wärmer als im winterlichsten, dem Januar. Dies gilt, obwohl sich selbstverständlich der Umstand, ob es bewölkt oder "heiter" ist, ebenfalls auf die Temperaturen auswirkt.
2. Je weiter über Meereshöhe ein Ort liegt, desto kühler und desto grösser die Spanne zwischen Tages- und Nachttemperaturen. Das hat jeder am eigenen Leibe erlebt, und das muss nicht weiter erläutert werden.
3. Je weiter vom Meer entfernt, desto ausgeprägter die Temperatur-Extreme. In Küstennähe ist das Klima immer milder als im Landesinneren.

Die obigen drei Faustregeln gelten natürlich nicht nur für Thailand, sondern auf der ganzen Welt. In Zentralasien ist es im Winter sehr kalt und im Sommer sehr heiss, weil es ein weiter Weg sowohl zum Äquator als auch zu den Weltmeeren ist. Beispiel Urumqi im nordöstlichen China: im Sommer bis zu 45?im Schatten, im Winter bis zu minus 30?

Die oben zitierten Faustregeln erklären im Falle Thailands, warum es im Sommer (Juli) am heissesten in Nord- und Nordost-Thailand ist, im Winter (Januar) dort aber auch am kühlsten.

Die "kälteste" Provinz des Landes ist Loei zwischen der Nord- und der Nordost-Region des Landes. In den Bergen dieser Provinz kann das Thermometer in des frühen Morgenstunden von Dezember- oder Januar-Tagen sogar auf den Gefrierpunkt fallen.

Die Wintermonate Dezember, Januar und Februar sind in ganz Thailand die kühlsten des Jahres.

Der statistisch heisseste Sommermonat in Thailand ist aber nicht wie vielerorts auf der nördlichen Halbkugel der Juli, sondern der Mai. Die Betonung liegt auf statistisch. Die monatlichen Durchschnittswerte für die Monate Juli und August werden vielerorts durch den Umstand gedrückt, dass es von Juni bis September in vielen Landesteilen regelmässig regnet. An Tagen, an denen es nicht regnet, oder bevor es an einem Tag zu regnen beginnt, kann es aber insbesondere im Juli gerade so heiss sein wie im Mai. Im August ist es vielerorts merklich kühler als im Mai, da in den betroffenen Regionen die regelmässigen Niederschläge insgesamt zu einer Abkühlung geführt haben

Niederschläge

Das Niederschlagsschema für Thailand ist sehr viel differenzierter als das Temperaturschema. Eine Gemeinsamkeit ganz Thailands ist lediglich, dass es praktisch überall im Land eine Regenzeit von mehreren Monaten gibt. In den meisten Regionen liegt sie in der zweiten Jahreshälfte.

Im einzelnen werden die Regenzeiten von den Monsun-Winden bestimmt. Grob definiert, weht in Südostasien ein Südwest-Monsun (Wind aus südwestlicher, nicht in südwestliche Richtung) von etwa Mai bis Oktober, und von etwa November bis April ein Nordost-Monsun.

Ein bisschen meteorologische Allgemeinbildung kann zum Verständnis des thailändischen Klimas viel beitragen. Zunächst: auch wenn im Volksmund von "Monsun" die Rede ist, wenn ein Wind viel Regen bringt, ist "Monsun" keineswegs gleichbedeutend mit "Regenwind".

Das würde auch keinen Sinn machen, weil der selbe Monsunwind einer bestimmten Region viel Regen bringen kann, der sich in Windrichtung anschliessenden Region (wenn dazwischen ein Gebirgszug liegt) aber keinen einzigen Tropfen.

Der aus dem Arabischen stammende Begriff Monsun (von mausim = Jahreszeit) bezeichnet ein Windsystem, bei dem der Wind in den Sommermonaten (etwa Mai bis Oktober) beständig aus der einen, in den Wintermonaten (etwa November bis April) aber beständig aus der entgegengesetzten Richtung bläst.

Dass Wind sich so verhält, hängt damit zusammen, dass sich kontinentale Landmassen im Winter sehr viel schneller abkühlen als Ozeane, und dadurch über den Landmassen ein Hochdruckgebiet entsteht. Der Wind weht in dieser Jahreszeit also vom asiatischen Kontinent aufs Meer - und zwar im Grossen und Ganzen radial. Das bedeutet, dass der Wintermonsun in Japan aus dem Westen kommt, während er in Hongkong aus dem Norden und an der indischen Westküste aus dem Osten und Nordosten bläst.

Der Teil der asiatischen Landmasse, der im wesentlichen das Monsun-Klima in Südostasien bestimmt, ist das chinesische Festland. Daraus ergibt sich, dass im Winter, von November bis April, ein aus Nordosten kommender Wind über Thailand hinwegstreift. In den Sommermonaten Mai bis Oktober bläst der Wind aus der entgegengesetzten Richtung, also aus Südwesten.

In welchen Monaten ein Wind Regen bringt - diese Frage lässt sich also mit einem einfachen Blick auf die Landkarte beantworten. Zentral-, Nord- und Nordost-Thailand können Regen in substantieller Menge nur abkriegen, wenn der Südwest-Monsun aus der Andaman-See des Indischen Ozeans kommt. Der Nordost-Monsun, der von November bis April aus der chinesischen Landmasse bläst, kann in Zentral-, Nord- und Nordost-Thailand nur trocken ankommen.

In den Wochen, in denen der Monsun umschlägt, ist das Wetter weniger eindeutig. Deshalb setzt man die Regenzeit meist kürzer an als die Periode eines bestimmten Monsuns. Dabei scheint in Zentral-, Nord- und Nordost-Thailand der Anfang der Regenzeit flexibler zu sein als das Ende. Während regenreicher Südwest-Monsun im November sehr selten ist, können die Regenfälle des Südwest-Monsuns in einem Jahr schon im Juni, im nächsten Jahr erst Anfang August einsetzen. Eine Unzahl von Faktoren können dabei eine Rolle spielen: vom Global Warming bis zu Vulkanausbrüchen am anderen Ende der Welt.

Die ganz besondere Geographie Süd-Thailands, der lange Rüssel der Malaiischen Halbinsel, durch den die Andaman-See des Indischen Ozeans getrennt wird vom Golf von Thailand, der dem Pazifischen Ozean zugerechnet wird, führt in diesem Zusammenhang zu ganz besonderen klimatischen Bedingungen.

Süd-Thailand verfügt über zwei unterschiedliche Klimasysteme: eines an der Westküste und ein anderes an der Ostküste, das vom Westküstenklima mehr oder weniger getrennt ist, je nachdem welche Höhe der Bergrücken der Malaiischen Halbinsel in einer bestimmten Region erereicht.

Ein einfacher Blick auf die Landkarte erklärt, warum erstens an der südthailändischen Westküste die Regenzeit im Grossen und Ganzen so liegt wie in Zentral-, Nord- und Nordost-Thailand, und warum zweitens selbige Regenzeit an der thailändischen Westküste, also zum Beispiel auch auf Phuket, besonders ausgeprägt ist.

Die Westküste der Malaiischen Halbinsel kriegt den Südwest-Monsun voll ab!

Die Regenzeit kann deswegen in den thailändischen Provinzen an der Westküste der Malaiischen Halbinsel (ausser Phuket auch Ranong, Phang Nga, Krabi und Trang) schon im Mai einsetzen und fast ein halbes Jahr, bis Oktober dauern.

Kann, muss aber nicht.

Wie schon oben erwähnt, ist das Wetter in den Wechselmonaten der Monsune (Mai/Juni und Oktober/November) in der Regel weniger klar vorhersagbar als in den Hauptmonaten.

Die Ostküste der Malaiischen Halbinsel bekommt dagegen vom Südwest-Monsun nur wenig ab, und zwar, je weiter südlich man fährt, desto weniger. Ko Samui und die Provinzen Nakhon Si Thammarat und Songkhla sind vor dem Südwest-Monsun weitgehend geschützt. Es herrscht dort also gerade in denjenigen Monaten normalerweise Sonnenschein, die in Zentral-, Nord- und Nordost-Thailand, aber auch an der Westküste der Malaiischen Halbinsel (Phuket, Phang Nga, etc) verregnet sind.

Ausgleichende Gerechtigkeit: auf Ko Samui und in den Provinzen Nakhon Si Thammarat und Songkhla kommt der Regen dafür mit dem Winter-Monsun (aus nordöstlicher Richtung). Der weht zwar von November bis April; es sind aber hauptsächlich die Monate November, Dezember und Januar, in denen es zu kräftigen Niederschlägen kommt. In Songkhla zum Beispiel liegen die durchschnittlichen Niederschläge im Dezember bei 44 cm. Auf Ko Samui dauerte in der Saison 92/93 die Regenzeit bis weit in den Januar.

Warum dies so ist, erklärt wiederum ein Blick auf die Landkarte. Der Nordost-Monsun überquert nämlich, bevor er auf die Ostküste der Malaiischen Halbinsel trifft, den Golf von Thailand, wobei er reichlich Gelegenheit hat, sich mit Feuchtigkeit aufzuladen. Da sich diese Feuchtigkeit an der Ostküste der Malaiischen Halbinsel abregnet, bleibt die Westküste mit Phuket, Ranong, etc, verschont.

Wie schon oben mehrfach erwähnt, spielen beim Klima eine Vielzahl von Faktoren, nah und fern, eine Rolle. Die obigen Erklärungen beziehen sich auf die Situation im Grossen und Ganzen. Aber es gibt in den Wetter-Gleichungen reichlich Variable, die dafür sorgen, dass das Wetter mal so und mal so ist, obwohl es nach den Regeln für die Grosswetterlage eigentlich ganz anders sein müsste.

So bringt der Südwest-Monsun manchmal eben doch ein paar Regenschauer über die Bergkette der Malaiischen Halbinsel nach Ko Samui oder Songkhla, und umgekehrt der Nordost-Monsun ein bisschen Regen nach Phuket oder Ranong. Was sich auch an den Niederschlags-Statistiken zeigt. Ein paar Beispiele:

Die durchschnittlichen Niederschläge betragen im März 3 cm in Bangkok, 2 cm in Chiang Mai und 6 cm in Songkhla.

Im Juni liegen die durchschnittlichen Niederschläge bei 17 cm in Bangkok, bei 15 cm in Chiang Mai und bei 10 cm in Songkhla.

In September sind die durchschnittlichen Niederschläge 31 cm in Bangkok, 29 cm in Chiang Mai und 11 cm in Songkhla.

Die durchschnittlichen Niederschläge im Dezember sind 1 cm in Bangkok, 1 cm in Chiang Mai und 44 cm in Songkhla (aufgrund des Nordost-Monsuns).

Der durchschnittliche jährliche Niederschlag in Bangkok beträgt 140 cm.

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http://www.asiatour.com/thailand/d-01land/dt-lan11.htm
Jan Garanoz
Last updated: November 04, 2017

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