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Vietnam

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Vietnam / Land und Leute

Geographie

Saigon-Fluss
Photo: Saigon-Fluss in Saigon.

Mit einer Fläche von 329.600 Quadratkilometern ist Vietnam ungefähr 7.5 % kleiner als das vereinigte Deutschland. Allerdings dehnt sich das Land, wie nur wenige andere vergleichbarer Grösse, über zwei Klimazonen aus: ein gemässigtes, mit Süd-Europa vergleichbares Klima im Norden, und ein tropisches Klima im Süden. Hanoi liegt, wie Hongkong, auf einem Breitengrad etwas südlich Kairos oder der Kanarischen Inseln, während Saigon auf einem Breitengrad nur wenig nördlich der nigerianischen Hauptstadt Lagos liegt.

Insgesamt erstreckt sich das Land in Nord-Süd-Richtung auf über 1650 Kilometer - was ungefähr der Strecke von Hamburg nach Athen entspricht. Die Küstenlinie Vietnams ist rund 3000 Kilometer lang.

Das Land wird begrenzt im Westen von Laos und Kambodscha, im Norden von China und im Osten und Süden vom Südchinesischen Meer.

Geographisch unterscheidet man 5 Regionen: 1. die nördliche Gebirgslandschaft mit Höhen von über 3000 Metern, 2. das Delta des Roten Flusses (an dem die Hauptstadt Hanoi liegt), 3. der Annamitische Gebirgszug, der das Bindeglied zwischen Nord- und Süd-Vietnam bildet, 4. der schmale Küstenstreifen zwischen Annamitischem Gebirgszug und dem Südchinesischen Meer, 5. das Mekong-Delta im Süden des Landes.

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Klima

Wie schon oben angedeutet, unterscheidet man in Vietnam im wesentlichen zwei Klima-Zonen - die Zone gemässigten Klimas im Norden des Landes, und die Zone tropischen Klimas im Süden.

In der gemässigten nördlichen Zone unterscheidet man zwei Jahreszeiten, Winter von etwa November bis April, und Sommer von Mai bis Oktober.

Im tropischen Süden des Landes unterscheidet man, wie fast überall in Südostasien, zwischen drei Jahreszeiten: der kühlen Jahreszeit von November bis Januar, der heissen Jahreszeit von Februar bis April oder Mai und der Regenzeit von Mai oder Juni bis Oktober.

Wie die Philippinen und die südchinesische Küste um Hongkong, so wird ganz Vietnam in der südostasiatischen Regenzeit von Juni bis Anfang November regelmässig von Taifunen heimgesucht.

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Geschichte

Königreich Funan

Downtown street in Hanoi

Im 1. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung etabliert sich im Mekong-Delta, das heute vietnamesisches Staatsgebiet ist, das Königreich Funan. Die Gründer dieses Königreichs sind wahrscheinlich Immigranten aus Indien. Funan entwickelt sich über die nächsten Jahrhunderte als See- und Handelsmacht ohne zu einem grossen Flächenstaat zu werden. Dafür liegt es strategisch günstig, denn in damaliger Zeit bewegten Schiffe sich fast ausschliesslich in Küstennähe, und die Landspitze des Mekong-Deltas war ein wichtiger Zwischenlandeplatz auf dem Seeweg zwischen China und den malaiischen Reichen auf der Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra und auf Java.

Im 6. Jahrhundert löst sich das Königreichs Funan zunehmend auf. Ein wichtiger Grund für den Niedergang Funans ist die inzwischen verbesserte Schiffahrtstechnologie, die es erlaubt, nicht mehr nur in Küstennähe zu segeln. Funan wird vom Königreich Champa erobert, das sich nördlich von Funan etabliert hat.


Königreich Champa

Street in downtown Hanoi

In einem Gebiet, in dem heute die vietnamesische Hafenstadt Danang liegt, etabliert sich im 2. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung das Königreich Champa. Gegründet wird es vom Volk der Chams, das ethnisch nicht mit den Vietnamesen verwandt ist, sondern wahrscheinlich aus einem Gebiet eingewandert ist, das heute zu Indonesien gehört. Während das südlich von Champa gelegene Königreich Funan kaum von China beeinflusst war, muss das Königreich Champa in seiner rund 1600jährigen Geschichte immer wieder chinesische Oberhoheit akzeptieren.

Champa hat ausserdem zwischen zwei unmittelbaren Nachbarn zu jonglieren, die beide wesentlich bevölkerungsreicher und militärisch stärker sind: Vietnam im Norden und das Reich der Khmer (Kambodschaner) im Süden. Wie das Königreich Funan im Süden, so war auch das Königreich Champa eine See- und Handelsmacht mit nur geringer Landfläche.

Im Jahr 1471 erobert eine Armee der vietnamesischen Le-Dynastie das Königreich Champa. Rund 60.000 Soldaten des Champa-Reiches werden getötet, rund weitere 60.000 in die vietnamesische Sklaverei entführt. Das Königreich Champa verkleinert sich auf ein kleines Gebiet um die heutige vietnamesische Stadt Nha Trang.

Da dem Königreich Champa im Jahre 1720 ein neuer vietnamesischer Ansturm droht, wandert die gesamte Cham-Nation nach Südwesten aus, in ein Gebiet nördlich des Sees Tonle Sap im heutigen Kambodscha.

Während der Terror-Herrschaft der Khmer Rouge in Kambodscha von 1975 bis 1979 verlieren von 250.000 Chams rund 100.000 das Leben.

Vietnamesische Dynastien

Motorcycles dominate the streets of Hanoi

In Thang Long (dem heutigen Hanoi) etabliert sich 1010 der erste von China unabhängige vietnamesische Kaiser der Ly-Dynastie. Für über 1000 Jahre war zuvor das vietnamesische Kernland, das Mündungsdelta des Roten Flusses in die Tonkin-Bucht des Südchinesischen Meeres entweder direkt chinesische Provinz gewesen, oder aber von Dynastien beherrscht gewesen, welche die chinesische Oberhoheit mehr oder minder akzeptierten.

In den über 1000 Jahren, in denen China mehr oder weniger direkt über die Vietnamesen herrschte, aber auch danach, als sich von China unabhängige vietnamesische Dynastien etablierten, hat China die vietnamesische Kultur, aber auch das Staatswesen enorm beeinflusst. Die wichtigste Grundlage der vietnamesischen Kultur und des vietnamesischen Staatswesens sind die Lehren des Konfuzius (551-479 vor Christi Geburt). Die vietnamesischen Dynastien und der vietnamesische Kaiserhof folgten den Strukturvorbildern aus Beijing; und bis ins 20. Jahrhundert wurde in offiziellen vietnamesischen Publikationen die chinesische Schrift gebraucht.

Nachdem sich das vietnamesische Kaiserreich über die vorangegangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte langsam nach Süden ausgedehnt hatte, erobert im Jahr 1471 eine Armee der vietnamesischen Le-Dynastie das Königreich Champa (mit Zentrum in einem Gebiet, in dem die heutige vietnamesische Stadt Danang liegt). Das Königreich Champa verkleinert sich auf ein kleines Gebiet um Nha Trang.

Im 18. Jahrhundert dehnt sich die vietnamesische Nation weiter nach Süden aus, ins Mekong-Delta, das bis zu dieser Zeit von Khmers (Kambodschanern) besiedelt wird. Die Khmers werden nach Westen abgedrängt, in ein Gebiet, das in etwa dem des heutigen Kambodscha entspricht.

Kolonialzeit
Hauptpost in Saigon
Photo: Französische Kolonial-Architektur: die Hauptpost in Saigon

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Französische Truppen erobern 1859 Saigon. Auslöser für die französische Intervention sind Christenverfolgungen im vietnamesischen Kaiserreich, die in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts einsetzten. Der erste europäische Missionar, der in der damaligen vietnamesischen Hauptstadt Hué hingerichtet wird, ist der Franzose François Isidore Gagelin, den man öffentlich erwürgen lässt. Zwischen 1848 und 1860 werden in Vietnam insgesamt 25 europäische Priester, rund 300 vietnamesische Priester und über 30.000 vietnamesische Katholiken hingerichtet.

1862 tritt der vietnamesische Kaiser Tu Duc Süd-Vietnam an die Franzosen ab, die dort ihre Kolonie Cochin China einrichten. Kaiser Tu Duc muss ausserdem ein Ende der Christenverfolgungen zusichern.

Frankreich zwingt im Jahre 1883 den noch nicht kolonialisierten Rest des vietnamesischen Reiches, den Status als französisches Protektorat zu akzeptieren. Die Franzosen teilen das Land verwaltungsmässig in die Kolonie Cochin China (im Süden) und die Protektorate Annam (Zentral-Vietnam) und Tonkin (Nord-Vietnam).

Nachdem deutsche Truppen im September 1940 Frankreich eroberten, besetzen japanische Truppen Indochina, ohne dass ihnen Widerstand geleistet wird. Offiziell ist davon die Rede, dass die französische Kolonialmacht den japanischen Truppen die Nutzung aller militärischen Anlagen überlässt; die französische Kolonialverwaltung bleibt dafür im Amt. Für Vietnam bringen die Jahre des Zweiten Weltkriegs daher weniger Kriegshandlungen und weniger Zerstörung mit sich als zum Beispiel in den heftig umkämpften Staaten Burma und Philippinen.

Mit der japanischen Kapitulation am 14. August 1945 endet der Zweite Weltkrieg in Ostasien. Frankreich versucht, sich in Vietnam wieder als Kolonialmacht zu etablieren.

Vietnam-Kriege

In einer Deklaration, die er in Hanoi am 2. September 1945 öffentlich verliest, erklärt Ho Chi Minh Vietnam für unabhängig. Doch während in Süd-Vietnam die kommunistischen Viet Minh die französische Kolonialverwaltung schon von Anfang an in einen Guerilla-Krieg verwickeln, lässt sich Ho Chi Minh in seiner Funktion als Führer der Unabhängigkeitsbewegung für Nord-Vietnam auf Verhandlungen mit Frankreich ein. Der Grund: in Nord-Vietnam halten sich zu diesem Zeitpunkt auch nationalistische chinesische Truppen in einer Stärke von über 180.000 Mann auf, und die Viet Minh fühlen sich nicht stark genug, ihren Befreiungskrieg gleichzeitig gegen die französische Kolonialmacht und die chinesischen Truppen zu führen.

Nachdem die Franzosen ihre koloniale Verwaltung in Vietnam wieder aufgebaut haben, vereinbaren sie 1946 mit den chinesischen Nationalisten einen Abzug der chinesischen Truppen aus Vietnam. In den folgenden Jahren verstärken die Viet Minh sowohl in Süd-, als auch in Nord-Vietnam ihre Angriffe auf französische Kolonialtruppen. Während es den französischen Kolonialtruppen gelingt, die Kontrolle über die Städte zu behalten, werden immer weitere Landstriche von den Viet Minh regiert.

Am 20. November 1953 richten die französischen Kolonialtruppen in Dien Bien Phu, einem breiten Tal im unwegsamen Bergland an der Grenze zwischen Nord-Vietnam und dem nördlichen Laos, eine Garnison mit 16.000 Mann ein. Von Dien Bien Phu aus soll, so die französische Strategie, die Grenzregion zwischen den beiden Ländern überwacht werden. Dies wird für nötig erachtet, weil die Viet Minh die kommunistische Bewegung in Laos, Pathet Lao, mit Waffen versorgt.

Obwohl das französische Militär geglaubt hatte, das 19 Kilometer lange und 13 Kilometer breite Tal von Dien Bien Phu sei im unwegsamen Gebirge zwischen Vietnam und Laos vor Angriffen durch die Viet Minh sicher, rücken in den folgenden Wochen und Monaten vietnamesische Truppen unter General Giap auf Dien Bien Phu vor. Mit Hilfe von bis zu 200.000 Trägern schaffen die Viet Minh ausserdem schwere Artillerie auf die Bergrücken rund um das Tal Dien Bien Phu.

Im März 1954 beginnen die Viet Minh mit ihren Angriffen auf die französische Garnison in Dien Bien Phu. Am 7. Mai 1954 erobern die Viet Minh die Befehlszentrale der Garnison von Dien Bien Phu; französische Kolonialtruppen in einer Stärke von rund 9500 Mann ergeben sich. Über 20.000 Viet Minh und über 3.000 Mann auf Seiten der französischen Kolonialtruppen sind in der Schlacht um Dien Bien Phu gefallen. Für die französischen Kolonialtruppen ist es eine der schwersten Niederlagen ihrer Geschichte. Insgesamt sind im 9jährigen Krieg zwischen den Viet Minh und der französischen Kolonialmacht zwischen einer halben und einer Million Zivilisten, 200.000 bis 300.000 Viet Minh und etwa 95.000 Mann der französischen Kolonialtruppen ums Leben gekommen.

Am 20. Juli 1954 einigen sich in Genf Unterhändler der Viet Minh und Frankreichs auf eine Teilung Vietnams in zwei Staaten: ein kommunistisches Nord-Vietnam und ein kapitalistisches Süd-Vietnam.

In den Jahren 1959-1963 steuert die kommunistische Regierung Nord-Vietnams, die in den Jahren nach Dien Bien Phu zunächst davon ausgegangen war, die kommunistischen Guerilla im Süden des Landes könnten von sich aus die Diem-Regierung stürzen, einen Kurs sich eskalierender militärischer Konfrontation. Nord-Vietnam infiltriet den Süden mit über 40.000 Guerilla und versorgt die Kommunisten in Süd-Vietnam über den Ho-Chi-Min-Pfad, der auf laotischem und kambodschanischem Gebiet verläuft, mit Waffen.

1961 schickt der neu gewählte US-Präsident Kennedy die ersten 100 Militärberater und eine Spezialeinheit von 400 Soldaten nach Vietnam. Schon im nächsten Jahr erhöhen die USA ihr Truppen-Kontingent in Vietnam auf 11.000 Soldaten.

In der Bucht von Tonkin werden am 2. August 1964 zwei amerikanische Kreuzer von vietnamesischen Patrouillenbooten beschossen. Die USA behaupten, die Kreuzer hätten sich in internationalen Gewässern befunden, und nehmen den Zwischenfall zum Anlass, erstmals Ziele in Nord-Vietnam zu bombardieren. Erst 1971 wird bekannt, dass sich die beiden amerikanischen Kriegsschiffe innerhalb der Territorialgewässer Nord-Vietnams aufgehalten hatten.

Im März 1965 beginnt die US-Luftwaffe die Operation Rolling Thunder, das amerikanische Flächenbombardement Nord-Vietnams. In den nächsten 3½ Jahren werden über Nord-Vietnam doppelt so viel Bomben abgeworfen wie im gesamten Zweiten Weltkrieg. Nord-Vietnam antwortet mit einer völligen Dezentralisierung der Wirtschaft und der Evakuierung von Hunderttausenden von Menschen aus den Städten, damit sowohl Industrieanlagen als auch die Bevölkerung ein weniger leichtes Ziel abgeben.

Auf der Höhe des Vietnam-Krieges, 1968, haben die USA rund eine halbe Million Soldaten in Vietnam. Australien, Neuseeland, Süd-Korea, die Philippinen und Thailand stellen zusammen weitere 90.000 Mann. Die südvietnamesische Armee hat rund 1½ Millionen Mann unter Waffen. Die kommunistisch geführte Nationale Befreiungsfront, im amerikanischen Sprachgebrauch Vietcong, stellt diesem Kontingent etwa 400.000 Mann entgegen.

Am 1. Februar 1968 beginnen die Truppen der Nationalen Befreiungsarmee mit ihrer gross angelegten Tet-Offensive auf strategische Ziele in 105 südvietnamesischen Städten. Obwohl die Vietcong überall ausser in Hué erfolgreich und schnell zurückgeschlagen werden und ausserordentlich hohe Verluste erleiden, gilt die Tet-Offensive im Vietnam-Krieg als Wendepunkt. Denn nach der Tet-Offensive ist die US-Regierung nicht mehr primär daran interessiert, den Vietnam-Krieg zu gewinnen, sondern vielmehr daran, sich aus diesem offenbar nicht zu gewinnenden Krieg zurückzuziehen.

Im Oktober 1968 endet die Operation Rolling Thunder, der amerikanische Luftkrieg gegen Nord-Vietnam. Die USA beginnen, Truppen aus Vietnam abzuziehen.

1969 beginnen in Paris Verhandlungen zwischen den USA, Süd-Vietnam, Nord-Vietnam und dem Vietcong zum Rückzug der amerikanischen Truppen aus Vietnam.

Bevor die Verhandlungen in Paris ein Ergebnis bringen, reduzieren die USA 1972 die Stärke ihrer Truppen in Vietnam auf unter 100.000 Mann.

Am 30. März 1972 startet eine kommunistische Frühjahrsoffensive, nicht des Vietcong, sondern konventioneller nordvietnamesischer Truppen, die über die Demarkationslinie, den 17. Breitengrad, aus Nord-Vietnam in den Norden Süd-Vietnams einfallen. Intensives Bombardement durch amerikanische Kampfflugzeuge zwingt die nordvietnamesischen Truppen zum Rückzug.

Bei den Pariser Vietnam-Verhandlungen wird am 27. Januar 1973 ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, das noch am selben Tag in Kraft tritt. Schon im März 1973 verlassen die letzten amerikanischen Kampftruppen Vietnam.

Rund zwei Jahre später setzt eine grossangelegte Offensive Nord-Vietnams ein, mit dem Ziel eines völligen militärischen Sieges über Süd-Vietnam. Schon wenige Wochen später, am 30. April 1975 besetzen nordvietnamesische Truppen Saigon und beenden drei Jahrzehnte Krieg im Lande.

Vereinigtes Vietnam

Zunächst aus Angst vor politischer Verfolgung, später auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Vietnam flieht von 1976 an eine immer grössere Zahl sogenannter Boat People aus dem Lande. Für die Flucht werden oftmals Schiffe und Boote verwendet, die absolut nicht hochseetüchtig sind, und nach internationalen Schätzungen sterben wenigstens ein Drittel aller Boat People auf der Flucht - entweder, weil ihr Boot sinkt, oder weil nicht genügend Wasservorräte und Lebensmittel an Bord sind. Zu einem zusätzlichen Problem für die Boat People werden Piraten, welche die Flüchtlingsboote entern, alle Besitztümer rauben, die Frauen vergewaltigen und schliesslich alle Passagiere ermorden und das jeweilige Boot versenken.

Über 270.000 Boat People fliehen allein 1979 aus Vietnam. In den ersten sechs Monaten des Jahres zwingt die malaysische Küstenwache über 40.000 vietnamesische Boat People auf insgesamt 267 Schiffen aus malaysischen Küstengewässern hinaus aufs Meer, wo die Flüchtlinge, einschliesslich Kindern, ihrem Schicksal überlassen werden - und das Schicksal ist oft genug der Tod.

Am 25. Dezember 1978, nach einer Serie von Übergriffen an der kambodschanisch-vietnamesischen Grenze, marschiert die vietnamesische Armee in Kambodscha ein. Am 7. Januar 1979 besetzen vietnamesische Truppen Phnom Penh. Eine Vietnam-freundliche Regierung wird installiert, der zuvor nach Vietnam geflohene Khmer-Rouge-Guerilla Heng Samrin zum Staatschef Kambodschas ernannt. Die neue kambodschanische Regierung wird von westlichen Staaten nicht anerkannt. 1989 zieht Hanoi die vietnamesischen Truppen aus Kambodscha ab.

Auf Grund der wirtschaftlichen Dauerkrise in Zugzwang, beschliesst die Kommunistische Partei Vietnams auf ihrem 6. Parteikongress im Jahre 1986 ein weitreichendes wirtschaftliches Reformprogramm, das auf die Einführung einer freien Marktwirtschaft abzielt. Das Wirtschaftssystem Vietnams wird seither immer kapitalistischer, obwohl die Kommunistische Partei nach wie vor die einzige politische Kraft im Staate ist.

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